Zwischen Familie, Heilern Und Fursorge: Das Bewaltigungsverhalten Von Epileptikern in Deutschsprachigen Gebieten Des 16.-18. Jahrhunderts
Synopsis
Die Ansicht, Epileptiker seien im Mittelalter und in der Fruhen Neuzeit fur besessen gehalten oder als Hexen verfolgt worden, ist heute ein weitverbreitetes Vorurteil. Die traditionelle Geschichtsforschung zur Epilepsie hat diesem bisher wenig entgegenzusetzen; sie konzentriert sich auf die Untersuchung des medizinischen Diskurses, ohne Fragen des zeitgenossischen Umgangs mit der Erkrankung und den Kranken aufzugreifen. Angela Schattners Studie stellt deshalb die Epileptiker selbst und deren Lebensumstande in den Mittelpunkt der Untersuchung. Auf der Basis teilweise neu erschlossener Quellen wie Bittschriften, Gerichtsakten und den Verwaltungsakten lokaler Armenfursorge untersucht die Autorin, wie die fruhneuzeitliche Gesellschaft die Epilepsie interpretierte, welche sozialen Folgen sich daraus fur die Epileptiker ergaben, wie sie ihre Erkrankung zu bewaltigen suchten und auf welche Institutionen der sozialen Fursorge sie zuruckgreifen konnten. Sie kann dabei einen ambivalenten Umgang mit den Betroffenen zeigen, die einerseits als hilfs- und schutzbedurftige Kranke wahrgenommen und andererseits als ansteckend stigmatisiert wurden.
Publisher information
- Publisher: Franz Steiner Verlag Wiesbaden GmbH
- ISBN: 9783515099479
- Number of pages: 299
- Dimensions: 236 x 170 x 23 mm
- Weight: 757g
- Languages: German
