Zur Kritik der deutschen Intelligenz: Geistesgeschichtliche Abrechnung mit Militarismus, Nationalismus und den Folgen des Ersten Weltkriegs
Synopsis
Hugo Balls "Zur Kritik der deutschen Intelligenz" ist eine scharfsinnige kultur- und geistesgeschichtliche Abrechnung mit jenen Traditionen, die Ball als geistige Voraussetzungen des deutschen Militarismus und der politischen Katastrophe des Ersten Weltkriegs begreift. In essayistischer, polemischer und zugleich gelehrter Prosa verfolgt er Linien von Reformation, Staatsphilosophie und idealistischer Spekulation bis zur modernen Unterwerfung des Denkens unter Macht, Nation und Verwaltung. Das Buch steht im Kontext der europäischen Krisenliteratur nach 1918 und verbindet historische Analyse mit moralischer Anklage. Ball, 1886 geboren, war Dichter, Theatermann, Mitbegründer des Dadaismus in Zürich und ein entschiedener Gegner nationalistischer Verblendung. Seine Erfahrungen im Exil, seine Distanz zum wilhelminischen Deutschland und seine spätere Hinwendung zu religiösen und katholischen Denkformen prägen dieses Werk deutlich. Nicht der Ästhet der Avantgarde allein spricht hier, sondern ein Autor, der nach den geistigen Ursachen politischer Gewalt fragt. Empfohlen sei dieses Buch allen, die die intellektuellen Nachwirkungen des Ersten Weltkriegs, die Selbstkritik deutscher Bildungstraditionen und Balls Entwicklung jenseits des Dadaismus verstehen möchten. Es ist kein bequemes Werk, doch gerade seine Zuspitzungen machen es zu einem aufschlussreichen Dokument europäischer Gewissensprüfung.
Publisher information
- Publisher: Sharp Ink
- ISBN: 9788028345778
- Dimensions: 229 x 152 x 10 mm
- Weight: 256g
- Languages: German
