Tranen Des Sozialismus: Wohnen in Leningrad Zwischen Alltag Und Utopie 1917-1937
Synopsis
Wahrend der russischen Revolution konfiszierten die Bolschewiki alle Hauser im ehemaligen St. Petersburg (seit 1914 Petrograd, seit 1924 Leningrad) und quartierten Arbeiter in den grossherrschaftlichen Wohnungen des Stadtzentrums ein. Aus den entstandenen Kommunalwohnungen wurden Brennpunkte des sozialen Wandels. In den Hausern und Wohnungen wurden gesellschaftliche Identitaten und Positionen ausgehandelt. Auf diese Weise trug die Wohnpolitik massgeblich zur Erschaffung einer neuen Gesellschaftsordnung bei. Das Buch beschreibt stadtische Lebenswelten der fruhen sowjetischen Zeit und zeigt Ausschnitte aus Alltag und Kultur in Leningrad. Anhand eines Hauses im Stadtzentrum veranschaulicht es, in welchem Masse auch Arbeiter, Ingenieure und Studierende daran beteiligt waren, die Machtverhaltnisse zu andern. Es wird deutlich, dass bereits in den zwanziger Jahren das Fundament sowjetischer Politik gelegt war, auf dem die Radikalisierung des politischen und gesellschaftlichen Klimas im Stalinismus aufbaute. Der Mangel an Wohnraum und das nach und nach eingeubte Verwenden einer offiziellen Sprache spielten zusammen und fuhrten in den dreissiger Jahren dazu, dass sich eine Denunziationsatmosphare ausbreiten konnte.
Publisher information
- Publisher: V&r Academic
- ISBN: 9783412125042
- Number of pages: 456
- Dimensions: 231 x 155 mm
- Weight: 299g
- Languages: German
