Timor Et Tremor: Angst in Der Musik Der Fruhen Neuzeit
Synopsis
Das Leben in der Fruhen Neuzeit wurde von Gewalterfahrungen und Unsicherheiten bestimmt, die Furcht und Angst immer wieder zum Bestandteil des Alltags werden liessen. Verschiedene Formen der Musik - seien es Liedflugschriften, geistliche oder weltliche Vokalwerke - zeugen hiervon. Die artifizielle Verarbeitung von Angsten lasst erkennen, wie sehr sie mit ihren sozialen und kulturellen Voraussetzungen verwoben sind: Sie thematisieren die drei grossen Landplagen (Krieg, Pest und Hunger), Verbrechen wie Mord, Raub und Gewalt gegen Frauen ebenso wie die Furcht vor Gott und dem Jungsten Gericht: Die Ungewissheit, ob dem Tode das ewige Leben oder die Verdammnis folgen werde, und der Gedanke an die ewige Hollenqual konnten unermessliche Angst bedeuten.
Wenn die Menschen die Angst vor der Natur oder die Furcht um ihr Seelenheil thematisierten, so sprachen sie auch von sich selbst. Die Art und Weise ihrer Selbstthematisierung bestimmte die Semantik der Angst, und die Artikulation des Schreckens ging wiederum mit Selbstthematisierung einher: Indem sie zu benennen versuchten, was sie existenziell bedrohte, gaben sie umfanglich und differenziert uber ihr eigenes Selbst und all jenes Auskunft, wodurch dieses Selbst bestimmt wurde.
Publisher information
- Publisher: Franz Steiner Verlag Wiesbaden GmbH
- ISBN: 9783515139281
- Number of pages: 358
- Dimensions: 240 x 169 mm
- Weight: 756g
- Languages: German
