Thais: Ein philosophischer Roman über Askese, Sinnlichkeit und religiösen Wahn im spätantiken Alexandria
Synopsis
Anatole Frances "Thaïs" entfaltet vor dem Hintergrund des spätantiken Alexandrien die paradoxe Begegnung von asketischem Christentum und sinnlicher Weltkultur. Der Mönch Paphnutius will die berühmte Hetäre Thaïs bekehren, wird jedoch selbst von Begehren, Stolz und religiösem Wahn ergriffen. In geschliffener, ironisch durchleuchteter Prosa verwandelt France eine Heiligenlegende in eine Studie über Verführung, Dogma und Selbsttäuschung. France, Nobelpreisträger von 1921, war ein gelehrter Skeptiker, geprägt von klassischer Bildung, republikanischem Denken und Misstrauen gegenüber kirchlicher Gewissheit. Seine Beschäftigung mit Antike und Frühchristentum entspringt weniger antiquarischer Neugier als dem Wunsch, moralische Absolutheiten historisch zu prüfen. In "Thaïs" spricht der Humanist, der Frömmigkeit ernst nimmt, aber Fanatismus entlarvt. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die historische Erzählkunst mit philosophischer Schärfe verbinden möchten. "Thaïs" ist kein bloßer Exotismus und keine einfache Bekehrungsgeschichte, sondern ein eleganter, beunruhigender Roman über Körper, Seele und Macht der Illusion. Wer Flaubert, Renan oder die skeptische französische Prosa des Fin de Siècle schätzt, findet hier ein meisterhaftes Werk.
Publisher information
- Publisher: Sharp Ink
- ISBN: 9788028343439
- Dimensions: 6 x 152 x 229 mm
- Weight: 159g
- Languages: German
