Stiefbruder: Nation Und Konfession in Der Schweiz Und in Europa (1656-1712).
Synopsis
Im 17. Jahrhundert wurden neue Methoden des Ideologietransfers und neue uberkonfessionelle Nationenkonzepte entwickelt, die die Zukunft des modernen Nationalismus pragen sollten. So wenig aber nationalistische Argumentationsmuster in dieser Zeit zwangslaufig Staatsbildungsprozesse unterstutzten, so wenig waren sie als Allheilmittel bei konfessionellen Konflikten brauchbar. Das Buch beschaftigt sich am Beispiel der Schweiz mit den reformierten sowie den katholischen Ansatzen zur Konstruktion einer konfessionell ausgerichteten eidgenossischen Sakralnation. Unsere eydtgenossischen Stiefbruder, so nannten katholische Schweizer ihre reformierten Landsleute seit dem spaten 16. Jahrhundert. Diese Metapher druckte ein ambivalentes Verhaltnis aus, sie beschrieb Nahe und Entfremdung zugleich. Der Autor geht den Grunden fur die interkonfessionelle Sprachlosigkeit ebenso nach, wie er die Versuche analysiert, sie mithilfe neuer nationaler Mythologien zu uberwinden. Dabei wird die Eidgenossenschaft nicht isoliert betrachtet, sondern als Teil eines europaischen Ideenmarktes, dessen Spielregeln Ende des 17. Jahrhunderts einen markanten Wandel durchliefen.
Publisher information
- Publisher: Vandenhoeck & Ruprecht
- ISBN: 9783412149062
- Number of pages: 555
- Dimensions: 249 x 180 x 38 mm
- Weight: 1083g
- Languages: German
