Schwester Carrie: Großstadtleben, Konsumkultur und soziale Mobilität im amerikanischen Naturalismus des Gilded Age
Synopsis
Theodore Dreisers "Schwester Carrie" entfaltet die Geschichte der jungen Caroline Meeber, die aus der Provinz nach Chicago kommt und in den Verheißungen der Großstadt zugleich Befreiung und Entfremdung erfährt. Zwischen Warenhäusern, Theatern, Mietzimmern und den Beziehungen zu Charles Drouet und George Hurstwood zeichnet der Roman eine Welt, in der Begehren, Zufall und ökonomische Zwänge stärker wirken als moralische Lehrsätze. In nüchternem, naturalistischem Stil verbindet Dreiser psychologische Beobachtung mit sozialer Analyse und stellt sich damit gegen die konventionelle Sittenliteratur seiner Zeit. Dreiser, 1871 in Indiana geboren, kannte Armut, religiöse Enge und den Aufstieg der amerikanischen Metropole aus eigener Erfahrung. Seine journalistische Tätigkeit schärfte den Blick für soziale Milieus, industrielle Modernisierung und die Macht materieller Träume. Gerade diese biographische Nähe zu Migration, Klassenspannung und urbaner Verführung erklärt die Genauigkeit, mit der er Carries Weg und Hurstwoods Niedergang gestaltet. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die den amerikanischen Realismus in seiner radikaleren, schonungslosen Form verstehen möchten. "Schwester Carrie" ist nicht nur ein Gesellschaftsroman, sondern eine frühe Diagnose moderner Konsumkultur und weiblicher Selbstbehauptung. Seine Aktualität liegt in der Frage, welchen Preis Erfolg in einer von Sichtbarkeit und Besitz geprägten Welt verlangt.
Publisher information
- Publisher: Copycat
- ISBN: 9788028394073
- Dimensions: 16 x 152 x 229 mm
- Weight: 407g
- Languages: German
