Quell der Einsamkeit: Ein queerer Klassiker über lesbische Identität, Gendernonkonformität und gesellschaftliche Ausgrenzung
Synopsis
Radclyffe Halls "Quell der Einsamkeit" entfaltet die Lebensgeschichte Stephen Gordons, einer englischen Aristokratin, deren Begehren und Selbstverständnis den Geschlechternormen ihrer Zeit widersprechen. In nüchterner, eindringlicher Prosa verbindet der Roman Bildungsroman, Gesellschaftsanalyse und moralisches Plädoyer. Sein literarischer Kontext ist das frühe 20. Jahrhundert, geprägt von Sexualwissenschaft, modernistischer Identitätssuche und viktorianischen Nachwirkungen; gerade daraus gewinnt das Werk seine historische Sprengkraft. Hall, 1880 als Marguerite Radclyffe Hall geboren, lebte selbst offen in Beziehungen mit Frauen und kannte die sozialen Sanktionen, die nichtkonforme Sexualität begleiteten. Ihre katholische Prägung, ihr aristokratisches Umfeld und ihre Kenntnis zeitgenössischer Theorien über "Inversion" formten einen Roman, der weniger Skandal suchen als Anerkennung, Würde und rechtliche Sichtbarkeit einfordern wollte. Empfohlen sei dieses Buch Leserinnen und Lesern, die Literatur als Zeugnis gesellschaftlicher Kämpfe verstehen. Trotz mancher zeitgebundener Begriffe bleibt "Quell der Einsamkeit" ein unverzichtbares Dokument queerer Literaturgeschichte: bewegend, streitbar und intellektuell ergiebig, weil es Einsamkeit nicht romantisiert, sondern als Folge sozialer Ausgrenzung begreifbar macht.
Publisher information
- Publisher: Copycat
- ISBN: 9788028395988
- Dimensions: 24 x 152 x 229 mm
- Weight: 607g
- Languages: German
