Privilegierung Und Vorurteil: Positionen Der Burgerlichen Frauenbewegung Zum Unehelichenrecht Und Zur Kindstotung Im Kaiserreich
Synopsis
Lange vor den aktuellen Debatten um Fristenlosungen, Beratungsscheine und weibliches Selbstbestimmungsrecht hat sich die Burgerliche Frauenbewegung mit den Kernfragen unehelicher Mutterschaft auseinandergesetzt. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde unverheirateten Frauen moralisch das Recht abgesprochen, ein Kind zu gebaren. Die uneheliche Mutterschaft galt als Schande. Die sozialen Repressalien und ihr Niederschlag im Familienrecht wogen schwer. Eine Folge war, dass der Strafgesetzgeber schliesslich die Strafe milderte, wenn eine unverheiratete Frau aus Verzweiflung ihr Kind nach der Geburt totete. Die Frauenbewegung hat das Unehelichenrecht des BGB und das Strafmass der Kindstotung kritisch gepruft. Dabei entlarvte sie die vermeintliche Besserstellung der unehelichen Mutter im Strafrecht als Benachteiligung, weil der Schuldvorwurf allein der Frau galt, wahrend die Verantwortung des unehelichen Vaters ausser Acht blieb.
Publisher information
- Publisher: Vandenhoeck & Ruprecht
- ISBN: 9783412176051
- Number of pages: 260
- Dimensions: 236 x 163 x 24 mm
- Weight: 580g
- Languages: German
