Offentliche Sunder in Der Kirche Des Spaten Mittelalters: Verfahren, Sanktionen, Rituale
Synopsis
Ehebruch, Totschlag, Wucher und viele andere Verstosse gegen kirchlich definierte Verhaltensnormen galten, wenn sie bekannt wurden, im spaten Mittelalter als offentliche Sunden. Um sie zu sanktionieren, stand der Kirche ein Verfahren zur Verfugung, das uber das Busssakrament hinausging und doch meist unterhalb der Schwelle kirchlicher Strafgerichtsbarkeit blieb. Es mundete in der Regel in die Absolution. Einem alten kanonischen Grundsatz folgend, sollte sie mit der Auflage gewahrt werden, ein offentliches Bussritual durchzufuhren. Die Arbeit zeigt, wie dieses um die bischoflichen Reservatsfalle konstruierte Verfahren im Bistum Konstanz des 15. Jahrhunderts funktionierte und mit welcher Dynamik es sich entwickelte. Waren offentliche Bussrituale in der Mitte des 15. Jahrhunderts noch gangig, wurden sie seit den 1460er Jahren immer haufiger abgelost. Die kirchliche Reaktion auf offentliche Sunde wurde weniger wahrnehmbar, und in der Folge ubernahmen weltliche Obrigkeiten Elemente des sichtbaren kirchlichen Sanktionierungsrepertoires.
Publisher information
- Publisher: Vandenhoeck & Ruprecht
- ISBN: 9783412217068
- Number of pages: 200
- Dimensions: 236 x 157 x 18 mm
- Weight: 762g
- Languages: German
