
Émile: Naturerziehung, moralische Bildung und Gesellschaftskritik in der Aufklärungspädagogik
Synopsis
Émile, oder Über die Erziehung entwirft in fünf Büchern die fiktive Bildung eines Knaben vom Säuglingsalter bis zur Ehe. Rousseau verbindet philosophischen Traktat, pädagogischen Roman und Gesellschaftskritik: Nicht bloß Unterricht, sondern die Formung eines freien, moralisch empfindenden Menschen steht im Zentrum. Sein Stil ist argumentativ, leidenschaftlich und exemplarisch; im Kontext der Aufklärung widerspricht er zugleich deren blindem Fortschrittsoptimismus, indem er Natur, Erfahrung und Selbsttätigkeit gegen Konvention und Verbildung stellt. Jean-Jacques Rousseau, 1712 in Genf geboren, war Autodidakt, Schriftsteller, Musiktheoretiker und einer der einflussreichsten Denker des 18. Jahrhunderts. Seine konfliktreiche Biographie, seine Distanz zu höfischer Gesellschaft und seine Kritik an sozialer Ungleichheit prägen Émile deutlich. Aus der Überzeugung, dass Institutionen den Menschen verderben können, entwickelte er eine Erziehungsidee, die das Kind nicht als kleinen Erwachsenen, sondern als eigenständiges Wesen ernst nimmt. Dieses Buch empfiehlt sich allen, die die Ursprünge moderner Pädagogik, Anthropologie und politischer Philosophie verstehen wollen. Émile ist kein praktisches Handbuch im engen Sinn, sondern ein provokatives Denkmodell, dessen Fragen nach Freiheit, Autorität, Natur und Bildung bis heute irritieren und bereichern.
Publisher information
- Publisher: Sharp Ink
- ISBN: 9788028355302
- Dimensions: 229 x 152 x 23 mm
- Weight: 613g
- Languages: German