Lucinde: Ein Fragmentroman der Frühromantik über freie Liebe, romantische Ironie und geistige Selbstbestimmung
Synopsis
Friedrich Schlegels "Lucinde" (1799) ist ein programmatischer Roman der Frühromantik, der weniger eine lineare Handlung entfaltet als ein poetisch-philosophisches Experiment über Liebe, Ehe, Sinnlichkeit und geistige Freiheit. In fragmentarischer Form, mit Briefen, Reflexionen, Allegorien und lyrischen Einschüben, verbindet das Werk autobiographische Intimität mit ästhetischer Theorie. Es stellt die Einheit von Körper und Geist gegen bürgerliche Moralvorstellungen und macht die romantische Ironie selbst zum Strukturprinzip. Schlegel, Mitbegründer der Jenaer Romantik, war Kritiker, Philologe und Theoretiker einer neuen, universalen Poesie. Seine Beziehung zu Dorothea Veit, die ihre Ehe verließ und später seine Frau wurde, bildet einen wesentlichen biographischen Hintergrund des Romans. "Lucinde" spiegelt daher nicht bloß persönliche Erfahrung, sondern auch Schlegels Überzeugung, dass Kunst, Leben und Liebe in einer freien, schöpferischen Existenz ineinandergreifen müssen. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die Literatur als Denkform begreifen und die Ursprünge moderner Subjektivität erforschen wollen. Wer bereit ist, sich auf eine offene, provokante und formal kühne Prosa einzulassen, findet in "Lucinde" ein Schlüsselwerk romantischer Ästhetik und eine bis heute herausfordernde Verteidigung erotischer und geistiger Selbstbestimmung.
Publisher information
- Publisher: e-artnow
- ISBN: 9788027354566
- Dimensions: 229 x 152 x 4 mm
- Weight: 114g
- Languages: German
