Lesegebarden
Synopsis
So wie wir Musik mit dem ganzen Korper wahrnehmen, lesen wir leibhaft. Lesen ist kein Vorgang der rein optischen Datenverarbeitung, weshalb Maschinen Lekture lediglich simulieren konnen. Das Leibhafte der Lekture 'zeigt sich' - vor allem zeigt es sich gestisch: in Veranderungen der Korperhaltung, im Kopfschutteln, Wippen, Erroten, Auflachen, Vor- und Zuruckblattern, Augenschliessen, Fingerkneten; selbst die stille Versenkung ist Gebarde. Lesegebarden sind daher weder Ausdruck bloss individueller Reaktionen noch das Resultat sozialer Pragungen, sondern die buchstabliche Verkorperung kultureller Praktiken im Erleben jeder und jedes Einzelnen. Vor diesem Hintergrund widmet sich vorliegender Band der wissenschaftlichen sowie kunstlerischen Selbstreflexion des leibhaften Lesens. Anhand von Beispielen aus Literaturgeschichte und Philosophie, Musik und Kunst, aber auch mittels empirischer Ansatze, wird die Lesegebarde als zentraler Lekturemodus entdeckt und erstmals systematisch untersucht.
Publisher information
- Publisher: Universitatsverlag Winter Gmbh Heidelberg
- ISBN: 9783825395711
- Number of pages: 316
- Dimensions: 210 x 134 mm
- Weight: 526g
- Languages: German
