Lebensgeschichte und Natürliche Ebentheuer des Armen Mannes im Tockenburg (Memoiren): Armut, Kriegsdienst und Selbstprüfung in der Schweizer Aufklärung
Synopsis
Ulrich Bräkers "Lebensgeschichte und Natürliche Ebentheuer des Armen Mannes im Tockenburg" ist eine der eindringlichsten deutschsprachigen Autobiographien des 18. Jahrhunderts. In nüchterner, zugleich anschaulich bewegter Prosa erzählt Bräker von Armut, Kindheit, Kriegsdienst, Flucht, Ehe, Arbeit und religiöser Selbstprüfung. Das Werk steht zwischen pietistischer Bekenntnisschrift, aufklärerischer Selbsterkundung und frühmoderner Sozialreportage; seine sprachliche Unmittelbarkeit verleiht dem Leben eines ländlichen Außenseiters literarische Würde. Bräker, 1735 im Toggenburg geboren und 1798 gestorben, war Kleinbauer, Heimarbeiter, zeitweise preußischer Soldat und ein leidenschaftlicher autodidaktischer Leser. Gerade seine soziale Herkunft macht seine Erinnerungen außergewöhnlich: Er schreibt nicht aus gelehrter Distanz, sondern aus der Erfahrung körperlicher Mühsal, ökonomischer Unsicherheit und geistiger Selbstbehauptung. Die Begegnung mit Religion, Literatur und militärischer Gewalt formte den Blick, aus dem dieses Buch entstand. Empfohlen sei dieses Werk allen, die Autobiographie nicht nur als Lebensbericht, sondern als Dokument historischer Erfahrung lesen wollen. Bräkers Stimme eröffnet einen seltenen Zugang zur Welt der einfachen Leute im Zeitalter der Aufklärung und bleibt gerade durch ihre Wahrhaftigkeit von überraschender Modernität.
Publisher information
- Publisher: e-artnow
- ISBN: 9788027347643
- Dimensions: 229 x 152 x 7 mm
- Weight: 215g
- Languages: German
