Jacob Burckhardts "Cicerone": Eine Aufgabe Zum Genieen
Synopsis
Die Arbeit untersucht Genese und Rezeption eines ästhetischen Konzepts im bildungsbürgerlichen Kontext des 19. Jahrhunderts. Sie rekonstruiert die Geburt von Burckhardts ästhetischer Urteilsbildung aus dem Geiste seiner Italienerfahrung und zeigt zugleich die klassizistischen Wurzeln dieses Kunsturteils auf. Die konservativen Züge der Burckhardtschen Kunstauffassung machen den (S1(BCicerone(S0(B zu einem Thesaurus des Bewahrenswerten in einer Zeit politischer und ästhetischer Umbrüche. Er erbingt eine klassifikatorische Syntheseleistung, die den gesamten italienischen Formenbestand einer fast museal zu nennenden Neuordnung unterwirft. Die sogenannte "Kunst nach Aufgaben" wird hierbei von Burckhardt als polemischer Begriff gegen den modernen Künstler und seine potentiell überschieende Einbildungskraft eingesetzt. Die Tradition dieses modernen Künstlertypus reicht für ihn bis in die Renaissance zu ihrem Urvater Michelangelo zurück und findet ihren Höhepunkt in seiner eigenen Gegenwart. Somit geht die Intention des (S1(BCicerone(S0(B über seinen Untertitel (S1(BEine Anleitung zum Genu der Kunstwerke Italiens(S0(B hinaus: Er möchte nicht nur den gebildeten Reisenden auf den Weg der genuvollen Kunsterkenntnis führen, sondern zugleich für zeitgenössische Architekten Anleitung zur richtigen Bautätigkeit sein.
Publisher information
- Publisher: De Gruyter
- ISBN: 9783484670136
- Number of pages: 321
- Dimensions: 234 x 156 x 19 mm
- Weight: 630g
- Languages: German
