Hemmungslos (Kriminalroman): Ein österreichischer Krimi der 1920er über Großstadtverbrechen, Moralverfall und soziale Unsicherheit
Synopsis
Hemmungslos entfaltet den Kriminalroman als seismographische Form der Moderne: Verbrechen erscheint hier nicht bloß als Rätsel, sondern als Symptom einer Gesellschaft, in der Geld, Begehren, Sensationslust und soziale Unsicherheit die moralischen Grenzen verschieben. Bettauers Stil verbindet feuilletonistische Beweglichkeit, pointierte Dialogführung und eine nüchterne Beobachtung urbaner Milieus. Im literarischen Kontext der Zwischenkriegszeit steht der Roman zwischen populärer Spannungsliteratur, sozialkritischem Zeitbild und jener großstädtischen Prosa, die die Nervosität moderner Existenz sichtbar macht. Hugo Bettauer (1872-1925), österreichischer Journalist und Schriftsteller, war ein scharfer Chronist seiner Gegenwart. Seine Erfahrungen in Wien, Berlin und den Vereinigten Staaten, seine publizistische Tätigkeit sowie sein Interesse an Sexualmoral, Klassenfragen und gesellschaftlicher Heuchelei prägten sein Schreiben. Als Autor von Werken wie Die freudlose Gasse und Die Stadt ohne Juden verstand er Unterhaltung stets auch als kritisches Instrument gegen Verdrängung, Vorurteil und autoritäres Denken. Empfohlen sei Hemmungslos Leserinnen und Lesern, die Kriminalliteratur nicht nur als Spannung, sondern als kulturhistorische Diagnose begreifen. Der Roman bietet ein präzises Bild moderner Enthemmung und bleibt gerade durch seine Verbindung von Tempo, Milieuschärfe und moralischer Unruhe bemerkenswert aktuell.
Publisher information
- Publisher: e-artnow
- ISBN: 9788027347629
- Dimensions: 229 x 152 x 5 mm
- Weight: 148g
- Languages: German
