Gerold und Hansli: Eine psychologisch feine Schweizer Erzählung über Knabenfreundschaft, Dorfleben und bürgerliche Moral
Synopsis
Gerold und Hansli gehört zu Carl Spittelers erzählerischen Arbeiten, in denen die Welt der Kindheit nicht idyllisch verklärt, sondern mit psychologischer Genauigkeit und feiner Ironie erkundet wird. Im Mittelpunkt stehen zwei Knabengestalten, deren Freundschaft, Eigensinn und kleine Machtkämpfe ein soziales Mikrokosmos sichtbar machen. Spittelers Stil verbindet klare, fast klassische Prosa mit satirischen Akzenten; im literarischen Kontext der Jahrhundertwende erscheint das Buch als Gegenstück zu bloßer Heimatkunst, weil es Provinz, Erziehung und Charakterbildung zugleich liebevoll und kritisch betrachtet. Carl Spitteler, 1845 in der Schweiz geboren und 1919 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet, war ein Autor von ungewöhnlicher Eigenständigkeit. Seine Erfahrungen als Schüler, Hauslehrer, Journalist und distanzierter Beobachter bürgerlicher Normen schärften seinen Blick für die verborgenen Dramen des Alltags. Neben den großen mythischen Dichtungen wie Olympischer Frühling zeigen seine kleineren Prosawerke, wie sehr ihn Erinnerung, moralische Selbstbehauptung und die Formung des Ich beschäftigten. Empfohlen sei Gerold und Hansli allen Leserinnen und Lesern, die eine kurze, kunstvoll gebaute Erzählung suchen, deren scheinbare Schlichtheit eine reiche Deutung erlaubt. Das Buch bietet historischen Reiz, psychologische Subtilität und eine leise Komik, die Spittelers Rang auch jenseits seiner monumentalen Werke bestätigt.
Publisher information
- Publisher: Sharp Ink
- ISBN: 9788028348366
- Dimensions: 229 x 152 x 3 mm
- Weight: 97g
- Languages: German
