Florentin: Ein Fragmentroman der Frühromantik über Identitätssuche, Liebe und soziale Bindungen
Synopsis
Dorothea Schlegels Romanfragment "Florentin" (1801) gehört zu den subtilsten Prosatexten der Frühromantik. Im Zentrum steht der geheimnisvolle, heimatlose Florentin, dessen Wanderungen Begegnungen mit adligen, bürgerlichen und künstlerischen Lebensformen eröffnen. Der Text verbindet Bildungsroman, Gesellschaftsanalyse und romantische Fragmentästhetik: Identität erscheint nicht als festes Ziel, sondern als offener Prozess. Mit feiner Ironie, psychologischer Beobachtung und dialogischer Beweglichkeit untersucht Schlegel Liebe, Herkunft, Freiheit und die Grenzen sozialer Ordnung. Dorothea Schlegel, geboren als Brendel Mendelssohn, war Tochter des Aufklärungsphilosophen Moses Mendelssohn und bewegte sich später im Zentrum der Jenaer und Berliner Romantik. Ihre eigene Biographie - jüdische Herkunft, Scheidung, Konversion, Verbindung mit Friedrich Schlegel und Erfahrung intellektueller Salonkultur - schärfte ihren Blick für Außenseitertum, religiöse Zugehörigkeit und weibliche Handlungsspielräume. "Florentin" lässt sich daher auch als literarische Reflexion über Selbstentwurf und gesellschaftliche Bindung lesen. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die romantische Literatur jenseits bekannter männlicher Stimmen entdecken möchten. "Florentin" ist kein bloß historisches Kuriosum, sondern ein anspruchsvoller, elegant komponierter Text über moderne Subjektivität, der gerade in seiner Unabgeschlossenheit produktive Fragen stellt.
Publisher information
- Publisher: Copycat
- ISBN: 9788028394172
- Dimensions: 6 x 152 x 229 mm
- Weight: 159g
- Languages: German
