Die Memoiren der Fanny Hill: Erotischer Klassiker über Begehren, Moral und Zensur im georgianischen London des 18. Jahrhunderts
Synopsis
John Clelands "Die Memoiren der Fanny Hill" entfalten in der Form einer rückblickenden Ich-Erzählung den Aufstieg einer jungen Frau vom naiven Landmädchen zur erfahrenen Kurtisane im London des 18. Jahrhunderts. Der Roman verbindet erotische Episoden mit einer erstaunlich kunstvollen, oft euphemistischen Prosa, deren rhetorische Eleganz die Grenzen zwischen Obszönität, Satire und Sittenbild verschiebt. Als Schlüsseltext der frühen englischen Erotikliteratur steht er zugleich im Kontext aufklärerischer Debatten über Körper, Begehren, Moral und Zensur. John Cleland (1709-1789), ein gebildeter englischer Schriftsteller mit Erfahrungen im kolonialen Verwaltungsdienst und in prekären finanziellen Verhältnissen, verfasste das Werk mutmaßlich während oder nach einer Schuldhaft. Seine gesellschaftliche Randstellung, seine Kenntnis urbaner Milieus und sein literarischer Ehrgeiz erklären die eigentümliche Verbindung von ökonomischem Realismus, sinnlicher Imagination und sprachlicher Disziplin, die den Roman bis heute bemerkenswert macht. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die historische Literatur nicht nur als Dokument vergangener Moralvorstellungen, sondern als ästhetisch komplexe Herausforderung begreifen. Wer bereit ist, den Skandal hinter sich zu lassen, entdeckt ein Werk von großer kulturgeschichtlicher Bedeutung und überraschender stilistischer Raffinesse.
Publisher information
- Publisher: Sharp Ink
- ISBN: 9788028351540
- Dimensions: 229 x 152 x 3 mm
- Weight: 92g
- Languages: German
