Der Tempel: Roman: Gesellschaftskritik, Klassenkonflikt und Frauenperspektive in der österreichischen Zwischenkriegszeit

Paperback ; Language: German
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Synopsis

Der Tempel: Roman ist als gesellschaftskritische Erzählung zu lesen, in der der Titelraum weniger ein bloßer Schauplatz als ein Sinnbild für Glauben, Macht und soziale Ordnung bildet. Hermynia Zur Mühlen verbindet psychologische Beobachtung mit politischer Schärfe: Individuelle Konflikte erscheinen vor dem Hintergrund einer zerfallenden alten Welt, deren moralische Gewissheiten brüchig geworden sind. Stilistisch steht der Roman zwischen realistischem Erzählen, symbolischer Verdichtung und jener engagierten Literatur der Zwischenkriegszeit, die private Schicksale als Symptome historischer Umbrüche deutet. Hermynia Zur Mühlen, 1883 in Wien geboren und aus aristokratischem Milieu stammend, wandte sich früh sozialistischen und antifaschistischen Positionen zu. Ihre Herkunft gab ihr genaue Kenntnis jener Klassen, deren Selbstverständnis sie literarisch untersuchte und kritisierte. Als Übersetzerin, Exilautorin und politische Schriftstellerin verband sie europäische Bildung mit sozialem Gewissen; gerade diese Spannung zwischen Herkunft und Überzeugung dürfte die Anlage des Romans entscheidend geprägt haben. Empfohlen sei Der Tempel allen Leserinnen und Lesern, die Literatur nicht nur als Handlung, sondern als Analyse gesellschaftlicher Strukturen verstehen. Der Roman bietet eine anspruchsvolle, historisch aufschlussreiche Lektüre und zeigt Zur Mühlens Fähigkeit, Ideologie, Gefühl und Zeitdiagnose zu einer eindringlichen Prosa zu verdichten.

Publisher information

  • Publisher: e-artnow
  • ISBN: 9788027373048
  • Dimensions: 229 x 152 x 5 mm
  • Weight: 142g
  • Languages: German