Der Marientod von Hugo van der Goes: Distanzen als Gegenstand der Bildanalyse. Diss.
Synopsis
Der Marientod von Hugo van der Goes ist ein ganz und gar ungew�hnliches Gem�lde. Im Bild dominiert die f�r das Sp�tmittelalter untypische Farbe Blau, wodurch sich die dargestellte Szene dem Betrachter zu entziehen scheint. Die Apostel, die sich um Marias Sterbebett versammelt haben, sind in ihrer Trauer vereinzelt und wirken wie erstarrt. Entgegen der Konvention vollziehen sie nicht die Sterberituale.
Auf diese Weise hat das Bild schon Generationen von Kunsthistorikern irritiert, die es als spannungsgeladen, irreal und irrational beschrieben haben. Worauf gr�nden sich diese Urteile?
Die vorliegende Bildanalyse sp�rt den Ursachen der ungew�hnlichen Wirkung nach, die sich auf einen pr�zisen Einsatz von Distanzen im Bild zur�ckf�hren l�sst: Fl�chen- und Tiefendistanzen, temporale und soziale Distanzen innerhalb des Bildraums - aber auch die realen und imagin�ren
Abst�nde zum Betrachter - laufen der Konvention komplett entgegen und m�ssen als bewusste Opposition des K�nstlers zum Zeitgeist verstanden werden. In van der Goes' Bild sprechen Distanzen eine eigene Sprache, die neben dem eigentlichen Thema des Marientodes die Ratlosigkeit der menschlichen Vernunft gegen�ber dem Tod zum Ausdruck bringt.
Publisher information
- Publisher: VDG Verlag im Jonas Verlag
- ISBN: 9783897394889
- Weight: 244g
- Languages: German
