Der letzte polnische Reichstag: Grodno 1793: Intrigen, Verrat und die Zweite Teilung einer Adelsrepublik
Synopsis
In "Der letzte polnische Reichstag" entfaltet Wladyslaw Stanislaw Reymont ein breites historisches Panorama der polnisch-litauischen Adelsrepublik am Vorabend ihres politischen Untergangs. Im Zentrum steht der Sejm von Grodno 1793, jener erzwungene Reichstag, der die Zweite Teilung Polens sanktionierte. Reymont verbindet archivalisch anmutende Genauigkeit mit epischer Szenenfülle: Debatten, Intrigen, patriotische Gesten und moralische Kapitulationen erscheinen in einer Prosa, die naturalistische Beobachtungsschärfe mit nationalhistorischer Tragik verbindet. Reymont, 1867 geboren und 1925 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet, kannte die soziale Zerrissenheit Polens ebenso wie die Macht politischer Mythen. Als Autor von "Die Bauern" interessierte ihn das Verhältnis von Volk, Besitz, Tradition und historischem Schicksal. Die Beschäftigung mit dem späten 18. Jahrhundert erlaubte ihm, die Ursachen nationaler Ohnmacht zu befragen: innere Korruption, fremde Gewalt, aristokratische Eitelkeit und den noch ungebrochenen Willen zur Erneuerung. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die historische Romane nicht als bloße Kostümstücke, sondern als Deutungen kollektiver Erfahrung begreifen. Reymont macht Geschichte sinnlich erfahrbar und intellektuell beunruhigend. Wer Polen, Europa und die Zerbrechlichkeit politischer Freiheit verstehen will, findet hier ein eindringliches, literarisch reiches Werk.
Publisher information
- Publisher: Sharp Ink
- ISBN: 9788028375591
- Dimensions: 229 x 152 x 12 mm
- Weight: 306g
- Languages: German
