Synopsis
Der Einzige und sein Eigentum ist eine radikale philosophische Intervention in die Debatten des Vormärz. In polemisch zugespitzter, aphoristisch funkelnder Prosa zerlegt Stirner die "heiligen" Mächte seiner Zeit: Staat, Moral, Religion, Menschheit und selbst die abstrakte Freiheit. Gegen Hegels Erbe und die junghegelianische Kritik setzt er den "Einzigen", kein Systembegriff, sondern die unverfügbare Selbstsetzung des Individuums, dessen "Eigentum" alles ist, was es sich schöpferisch aneignet. Max Stirner, 1806 als Johann Caspar Schmidt geboren, bewegte sich im Berliner Milieu der Junghegelianer und der freigeistigen Gruppe "Die Freien". Seine Erfahrung akademischer Philosophie, politischer Zensur und bürgerlicher Konvention schärfte den Blick für Ideale, die als Befreiung auftreten und doch neue Herrschaft stiften. Der Text von 1844 ist daher zugleich Produkt der deutschen Idealismusdebatte und ein Frontalangriff auf ihre letzten metaphysischen Reste. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die politische Theorie, Existenzphilosophie oder Ideologiekritik nicht als beruhigende Lehre, sondern als intellektuelle Zumutung suchen. Es provoziert, übertreibt und widerspricht; gerade darin liegt seine fortdauernde Kraft. Wer Anarchismus, Egoismus und Moderne verstehen will, kommt an Stirners verstörender Klarheit nicht vorbei.
Publisher information
- Publisher: Musaicum Books
- ISBN: 9788027254361
- Dimensions: 11 x 193 x 247 mm
- Weight: 267g
- Languages: German
