Der arme Mann im Tockenburg: Lebensbericht eines Schweizer Kleinbauern zwischen Armut, Söldnerdienst, Pietismus und Aufklärung
Synopsis
Ulrich Bräkers "Der arme Mann im Tockenburg" ist ein außergewöhnliches Selbstzeugnis des 18. Jahrhunderts: die Lebensgeschichte eines armen Schweizer Kleinbauern, Tagelöhners und zeitweiligen Soldaten, der seine Erfahrungen mit seltener Anschaulichkeit und moralischer Wachheit erzählt. Zwischen pietistischer Selbstprüfung, aufklärerischer Beobachtungslust und volksnaher Erzählkunst schildert das Werk Armut, Familienleben, Militärdienst, Lektüre und religiöse Gewissensnot. Sein Stil verbindet unmittelbare Mündlichkeit mit reflektierter Prosa und macht das Buch zu einem Schlüsseltext der deutschsprachigen Autobiographik. Bräker, 1735 im Toggenburg geboren, entstammte einfachen Verhältnissen und blieb zeitlebens von wirtschaftlicher Unsicherheit geprägt. Gerade diese soziale Randstellung verleiht seinem Schreiben historische Bedeutung: Er blickt nicht von oben auf die Welt, sondern aus der Perspektive eines lesenden, zweifelnden und leidenden Untertanen. Seine Erfahrungen als preußischer Soldat, seine religiöse Erziehung, seine Liebe zur Literatur und sein Ringen um Selbstdeutung bilden den biographischen Boden dieses Werkes. Empfohlen sei dieses Buch allen, die Aufklärung, Sozialgeschichte und Autobiographie nicht nur als Ideen-, sondern als Erfahrungsgeschichte verstehen wollen. Bräkers Stimme ist bescheiden, eigensinnig und überraschend modern. Sie eröffnet einen seltenen Zugang zum Innenleben eines Menschen, dessen Armut seine Erkenntniskraft nicht mindert, sondern schärft.
Publisher information
- Publisher: Musaicum Books
- ISBN: 9788027256181
- Dimensions: 220 x 160 x 6 mm
- Weight: 166g
- Languages: German
