Das graue Haus: Erinnerung, Familienverfall und melancholische Atmosphäre im dänischen Impressionismus des Fin de Siècle
Synopsis
Mit "Das graue Haus" gestaltet Herman Bang den familiären Wohnraum als Speicher von Erinnerung, Verlust und sozialem Verfall. Aus scheinbar nebensächlichen Szenen - Blicken, Gesprächsfetzen, Zimmern, Lichtwechseln - entsteht das Porträt einer bürgerlichen Welt, deren Gewissheiten brüchig geworden sind. Bangs impressionistischer Stil vermeidet psychologische Erklärung zugunsten präziser Andeutung; damit steht das Buch im Kontext des skandinavischen Modernen Durchbruchs und der nervösen Sensibilität des Fin de Siècle. Herman Bang, 1857 in Dänemark geboren, war Romancier, Journalist, Kritiker und Theatermann. Seine Herkunft aus einem Pfarrhaus, frühe familiäre Verluste, Erfahrungen gesellschaftlicher Fremdheit und ein Leben zwischen Kopenhagen, europäischen Bühnen und Zeitungsredaktionen prägten seinen Blick für Menschen am Rand des Sagbaren. "Das graue Haus" lässt sich daher auch als literarisch verdichtete Rückwendung zu Kindheit, Vaterfigur und Herkunft lesen. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die leise Prosa von hoher formaler Genauigkeit schätzen. Wer in Literatur nicht Handlungslärm, sondern Atmosphäre, Erinnerung und seelische Nuance sucht, findet hier ein konzentriertes Meisterstück nordischer Erzählkunst.
Publisher information
- Publisher: e-artnow
- ISBN: 9788027346998
- Dimensions: 229 x 152 x 4 mm
- Weight: 131g
- Languages: German
