Christian Garve's Vertraute Briefe an eine Freundin: Aufklärung, Briefkultur und moralische Selbstprüfung im 18. Jahrhundert
Synopsis
Christian Garve's Vertraute Briefe an eine Freundin entfaltet im Gewand des privaten Briefwechsels eine aufgeklärte Kunst der Selbstverständigung. Zwischen moralischer Beobachtung, geselliger Reflexion und psychologischer Feinzeichnung werden Fragen des Charakters, der Freundschaft, der Bildung und des alltäglichen Urteils verhandelt. Der Stil ist klar, urban und absichtsvoll unprätentiös: Er übersetzt philosophische Probleme in die Sprache vertraulicher Mitteilung und steht damit im Kontext der deutschen Popularphilosophie des späten 18. Jahrhunderts. Garve, 1742 in Breslau geboren und 1798 gestorben, gehörte zu den einflussreichsten Vermittlern der Aufklärung. Als Übersetzer, Essayist und Moralist verband er antike Ethik, britische Moralphilosophie und deutsche Gelehrsamkeit. Seine gesundheitliche Zurückgezogenheit, seine Erfahrung mit geselligem Briefverkehr und sein Interesse an praktischer Lebensweisheit erklären die intime Form dieses Werkes, in dem Denken nicht abstrakt herrscht, sondern im Gespräch reift. Empfohlen sei das Buch Lesern, die Aufklärung nicht nur als Systemgeschichte, sondern als Lebensform verstehen möchten. Es bietet keine dramatische Handlung, wohl aber ein feines Protokoll gebildeter Empfindsamkeit und vernünftiger Selbstprüfung. Wer die Verbindung von Philosophie, Briefkultur und moralischer Menschenkenntnis schätzt, findet hier ein stilles, anspruchsvolles und überraschend gegenwärtiges Zeugnis.
Publisher information
- Publisher: Sharp Ink
- ISBN: 9788028353520
- Dimensions: 229 x 152 x 5 mm
- Weight: 148g
- Languages: German
